Während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich ganz entspannt auf meinem Bürostuhl. Die Arme ruhen auf den Armlehnen, die Finger bewegen sich nicht. Ich diktiere diesen Blog, und Dragon schreibt für mich.
Selbstverständlich tippe ich schnell und sicher mit dem Zehnfingersystem. Trotzdem hat mich die Arbeit mit einer Spracherkennungs-Software enorm gereizt. Warum? Nun, selber tippen ist immer mit einer Reihe von Nachteilen verbunden:

  • Tippfehler: Jedem unterlaufen beim Tippen Fehler. Und die traurige Texterregel lautet: Je mehr Fehler zu Beginn gemacht werden, desto mehr bleiben auch drin.
  • Mausarm und Co.: Tippen, mausen, klicken – das alles führt zu zahlreichen Beschwerden. Viele von Ihnen werden das kennen.
  • Limitierte Geschwindigkeit: Unser Kopf ist schneller als unsere Finger. Tastatur und Maus machen uns langsam.

 

Entspannte Schultern, klare Gedanken

„Denken, bevor man den Mund aufmacht“ ist sicher eine ratsame Devise, wenn man mit einer Spracherkennungs-Software arbeitet. Aber so falsch ist dieser Ansatz ja auch sonst nicht. Und ohne Zweifel hilft die Steuerung des Computers mit Worten dabei, entspannte Schultern und einen lockeren Nacken zu behalten. Ich jedenfalls bin begeistert von Dragon 15. Die Software erfasst sogar zügig gesprochene Sprache, kennt einen breiten Wortschatz inklusive vieler englischer Ausdrücke und ermöglicht auch die Steuerung anderer Programme mit dem gesprochenen Wort. „Öffne Chrome“, sage ich, und schon startet der Browser. „Zum Desktop“ – und armschonend bin ich schon da, wo ich hinwollte. Wenn meine E-Mail fertig gesprochen ist, sage ich nur noch „Klick senden“. Ich gebe zu: Zunächst war ich skeptisch. Aber Dragon tippt fehlerfreier, als ich es kann. Und das ist auch gut für meine Kunden.

Dragon und ich: per du und ein gutes Team

Dragon wertet meine Befehle und den von mir diktierten Text aus und lernt. Jeden Tag. Und ich spare Zeit – auch indem ich weitere Sprachbefehle definiere. Viele Markennamen sind ja mit dem ®-Zeichen versehen. Sowas dürfen Texter nicht vergessen. Was mache ich? Ich speichere den Sprachbefehl „MCT“ und schon macht Dragon daraus: Micro Core Technology® – die korrekte Bezeichnung für die Technik-Revolution des Nähfaden-Herstellers A&E Gütermann.

Mit der Groß- und Kleinschreibung hatte Dragon zu Beginn ganz selten mal Probleme. Wie auch viele Schreiber weiß die Software nicht, dass man einen vollständigen Satz nach einem Doppelpunkt immer groß beginnt. Dann korrigiere ich Dragon – mit dem ich übrigens sofort per du war. Ich sage zum Beispiel: „Markier mit“ und „schreib das groß“. Und schon wird „mit“ zu „Mit“. Aber Dragon ist ja lernfähig. Und ich auch. Wenn ich also nach einem Doppelpunkt die gegebenenfalls nötige Großschreibung ansage („groß mit“), gibt es erst gar kein Missverständnis zwischen uns.

Die Spracherkennungs-Software kann freilich kein gründliches, kontextbezogenes Lektorat ersetzen. Noch nicht. Der Vorteil ist aber: Ich lektoriere nun einen Text, den quasi ein anderer geschrieben hat. Klingt verrückt, aber tatsächlich entsteht durch das Diktieren eine Distanz zwischen meinem Text und mir, der das Selbstlektorat enorm erleichtert. Schließlich sieht man Fehler, die andere gemacht haben, immer besser als die eigenen.

Am besten gleich mit der Zukunft anfangen!

Sicher ist: In einen ganz alltäglichen und nicht immer aufregenden Teil des Arbeitslebens bringt Dragon frischen Wind. Neugierig? Zu Recht! Ausprobieren lohnt sich. Nach einem Tag hat man das nötige Vokabular gelernt, um sich von Dragon tatkräftig unterstützen zu lassen. Und die Zukunft ist die Steuerung Ihres Computers durch Sprache sowieso. Viel Spaß!