Sind Texter Schönschreiber? Na hoffentlich. Aber hoffentlich nicht nur. Das schöne Schreiben ist eine notwendige Bedingung für das Texterdasein. Jedoch keine hinreichende. Aber ich will Ihnen weitere Ausflüge in die Aussagenlogik ersparen. Worum es mir geht: Texter konzipieren einen entscheidenden Part Ihrer Unternehmenskommunikation. Und die wiederum ist ein wesentlicher Bestandteil von Marketing. Ohne Marketing-Blick werden Webtexte, Broschüren oder Newsletter richtungslose Zufallsprodukte. Schön vielleicht. Aber nur manchmal zielführend.

Nun wird Marketing-Know-how von Kreativen überraschend häufig reklamiert. Woher nur kommt das Know-how? Immer mehr Grafiker bieten mit der Logogestaltung das Marketingkonzept gleich mit an. Texter, die vor allem Germanisten sind und offenbar keinen Begriff von der eigenen Positionierung haben, erzählen was von Zielgruppen und Verkaufsstärke. Ist das so einfach mit dem Marketing? Dass aus Gestaltung ganz nebenbei Gesamtkommunikation wird? Oder ist es so beliebig? Dass für andere erfolgreich Marketing machen kann, wer sein eigenes Marketing nicht im Griff hat?
„Schuster tragen die schlechtesten Schuhe“ würde ich als Erklärung jedenfalls nicht akzeptieren, wenn es um die Zukunft meines Unternehmens ginge.

Darauf könnten Sie sagen: Das Marketing – das machen doch wir. Texter müssen nur gut gebrieft werden. Das kann man so sehen. Aber erstens heißt hören und lesen noch lange nicht verstehen. Und verstanden ist noch nicht umgesetzt. Und zweitens: Wenn Sie schon Geld in die Hand nehmen, dann doch besser doppelten Mehrwert zurückbekommen. Es gibt sie schließlich, die Marketer, die auch Schönschreiber sind.