Viele Unternehmen fragen sich: Sollten wir bloggen? Können wir mit einem Blog tatsächlich Kunden akquirieren? Und was gehört hinein? Was nicht?

Mit Content akquirieren

Es ist richtig, dass Sie mit sorgfältig verschlagwortetem Content mehr Besucherinnen und Besucher auf Ihre Website bringen. Aktualität und immer wieder neue Inhalte verbessern das Suchmaschinenranking einer Seite. Wenn dieser Content dann noch für die Zielgruppe relevant und attraktiv ist und eine klar erkennbare Haltung ausdrückt, haben Sie tatsächlich die Wahrscheinlichkeit erhöht, Ihre neu gewonnenen Leads zu Kunden zu machen.

Das liest sich jetzt ganz selbstverständlich.
Ist aber nicht selbstverständlich.

Relevanter Content

Man könnte mir vorwerfen, eine Tautologie zu produzieren, indem ich von relevantem Content rede. Content sollte seiner Definition nach so relevant sein, wie ein Schimmel weiß ist. Die Realität sieht aber leider anders aus. Die erste Voraussetzung für relevanten Content ist nämlich, dass es im Unternehmen gute Antworten auf folgende Fragen gibt: Wofür steht die Marke? Wie tickt die Zielgruppe? Und wie können wir sie unterstützen, statt uns aufzudrängen? Die zweite Voraussetzung lautet: Der Verfasser des Blogs – häufig ein externer Texter – muss sich intensiv mit diesen Antworten beschäftigt haben. Sie werden sich nicht wundern, dass genau das häufig nicht der Fall ist.

Attraktiver Content

Was macht Content attraktiv?, lautet die Preisfrage, an der sich wohl immer die Geister scheiden werden. Einfachheit, lautet eine häufige Antwort. Da bin ich mit Albert Einstein partiell einverstanden: „So einfach wie möglich. Aber nicht einfacher.“ Leider ist das, was in vielen Blogs steht, deutlich einfacher als einfach. Häufig fühle ich mich beim Lesen an die „Erklär´s mir“-Kolumne für Grundschüler erinnert, die täglich in meiner regionalen Tageszeitung erscheint. Dort wurde gestern erklärt: „Ein Bundespräsident ist so etwas wie der König, das Gesicht von Deutschland.“ Ich weiß nicht, wie Sie Ihre Kundenbeziehungen gestalten, aber ich rede so nicht mit Unternehmern und Marketingleitern. Meine Überzeugung lautet: Content ist attraktiv, wenn Leserinnen und Leser sich ernst genommen fühlen.
Im Übrigen ist es mit dem Texten ungefähr so wie mit dem Programmieren: Man kann so weit vereinfachen, bis Text beziehungsweise Programm das eigentliche Thema nicht mehr abbilden. Lesen und Verstehen von Text und Code funktionieren dann nicht mehr; Nutzlosigkeit, Missverständnisse und Bugs sind die Folge.

Aber ich schulde Ihnen noch eine einfache Antwort: Content ist attraktiv für Ihre Zielgruppe, wenn er eine brennende Frage beantwortet und Spaß macht.

Content mit Haltung

Kundinnen und Kunden möchten nicht nur Informationen. Sie erwarten Glaubwürdigkeit. Gerade in Blogs versuchen aber viele, Everybody´s Darling zu sein. Das halte ich nicht nur für schwierig, sondern sogar für gefährlich. Unklare Konturen machen es Kunden unmöglich zu erkennen, warum sie sich für Sie entscheiden sollten. Und zwar auch denjenigen, für die Sie die perfekte Lösung zur Hand hätten.

Und was kostet jetzt so ein Bloggen?

Von einem Medienhaus bekam ich einmal die Anfrage, Texte für einen geplanten Marketing-Blog zu schreiben. Es stellte sich heraus, dass pro Artikel noch nicht einmal 100 Euro Honorar gezahlt werden sollten. Ja, Sie bekommen für 100 Euro einen Blog-Artikel: oberflächlich, nichtssagend, überflüssig. Und natürlich nicht bei mir. Weil Sie genau die Infos, die Sie in so einem Blog am Ende finden werden, auch überall sonst nachlesen können. Insofern kann ich Ihnen hier erst mal nur sagen, was gutes Bloggen sicher nicht kostet. Alles andere hängt vom Konzept Ihres Blogs, von Thema, Komplexitätsgrad und Recherchebedarf ab.

Fazit: Bloggen – ja, aber.

Und was nun? Sollten Sie jetzt bloggen? Die Antwort lautet: Ja, aber.

Ihr Blog braucht ein Konzept. Ihr Blog braucht spannende Themen. Er braucht Regelmäßigkeit und Langfristigkeit. Und die Artikel sollten w-i-r-k-l-i-c-h gehaltvoll und w-i-r-k-l-i-c-h gut geschrieben sein. All das ist keine Kleinigkeit. Sorry.

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